| von Erwin Schuster am 30.11.2009 um 16:59 Uhr | |
Schiller und das Deutsche Reich-Bitte um AufklärungWerte Volksbühnler, in der Ankündigung der Seestücke findet sich die Bemerkung, Schiller habe die Grenzen des Deutschen Reiches nie verlassen. Wäre auch schwer möglich gewesen. Schiller starb nähmlich schon vor Gründung des Deutschen Reiches 1871. Ist diese Verwirrung jetzt Teil der aktuellen Volksbühnenideologie, soll hier eine Kontinuität des Deutschenm Reiches nach rückwärts behauptet werden oder ist es einfach nur Unkenntnis der Geschichte. Ich bitte um baldige Aufklärung! |
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| Kommentar 1/3 von Dramaturgie (dramaturgie@volksbuehne-berlin.de) am 03.12.2009 um 13:38 Uhr | |
Sehr geehrter Herr Schuster, danke für Ihren aufmerksamen Beitrag. "Sie müssen das Meer sehen ..." (Heinrich Voß zu Schiller, 1805). Das ist Schiller ebensowenig gelungen wie eine Reise nach Paris, obwohl der Ehrenbürger der Französischen Revolution die Stadt zum Thema eines anderen Fragment gebliebenen Dramenprojekts "Polizey" machte. Zwar hat sich - nach unserem Wissen - die Bezeichnung Deutsches Reich für das ab 1871 existierende besonders eingeprägt, mitunter wird aber auch das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" (bis 1806) ebenso als Deutsches Reich bezeichnet. |
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| Kommentar 2/3 von Erwin Schuster (schuster_erwin@yahoo.de) am 03.12.2009 um 15:21 Uhr | |
Das wäre doch viel interssanter gewesen, was Sie jetzt schreiben, das Schiller das Meer und Paris nie gesehn hat. Was den zweiten Teil Ihrer Replik angeht, scheint mir Ihr Geschichtsbild doch sehr von der nationalsozialistischen Tradition geprägt zu sein, die eine solche Kontinuität des Deutschen Reiches bzw. der Deutschen Reiche ja behaupetet. Abgesehen davon fragt sich dann natürlich, in welchen Grenzen Sie das Heilige Römische Reich Deutscher Nation annehemen. |
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| Kommentar 3/3 von Dramaturgie (dramaturgie@volksbuehne-berlin.de) am 03.12.2009 um 19:52 Uhr | |
Bleiben wir bei Schiller und seiner uns heute absolut überschaubar anmutenden Mobilität: Marbach, Stuttgart, Mannheim, Bauerbach nahe Meiningen, Leipzig, Dresden, Jena, Weimar, ein kurzer Abstecher nach Berlin sowie ein paar andere, eher touristische "Ausflüge" oder "Dienstreisen". Dabei überwand er allerdings ganz praktisch einige deutsche Grenzen. Überschaut man Schillers Dramenproduktion, erstaunt vor allem, wie beinahe ausnahmslos er seine dramatischen Themen außerhalb der wie auch immer politisch bezeichneten Geografie der / des Deutschen suchte und fand. Von den Böhmischen Wäldern der Räuber über den Genueser Fiesco, die Braut von Messina zu Maria Stuart und Jeanne d'Arc, Wallenstein einmal aber nur teilweise ausgenommen. Sein berühmtestes Fragment "Demetrius" spielt in Russland. |
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