| von Nicola Bock am 29.12.2009 um 15:34 Uhr | |
Die Politik des LagersIm Januar-Leporello der Volksbühne findet sich unter der Überschrift „Politik des Lagers“ ein Text von Stefan Rosinski. In diesem wird, aus Anlass einer kommenden Inszenierung eines Textes von David Foster Wallace, eine freie Assoziation zum Thema Lager der Shoah als Thema des Monats entwickelt. Hierzu einige Fagen: Meinen Sie, dass ím Lager der Shoah wirklich das bloße Leben wohnte, wohnte dort nicht der Tod? Sind Sie tatsächlich der Auffassung, daß die Logik des Lagers der Shoah die einer gebauten Verdächtigung oder einer ausgestellten Abwiegelung ist um aufgeklärtes Geschehen zur konterkarieren? Sind sie tatsächlich der Auffassung, daß das Lager der Shoah die quasi erzieherische Funktion hatte, den Einzelnen damit zu bedrohen jederzeit aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden zu können, und wer wäre in diesem Zusammenhang die Gemeinschaft? Waren es nicht im Wesentlichen Juden die in den Lagern vernichtet wurden und halten Sie das für Zufall? Wollen Sie ernsthaft einen Zusammenhang zwischen Konzentrationslager, Flüchtlingslager und Slum herstellen und warum? Halten sie den Ausschluss aus der Gemeinschaft wirklich für ein Spezifikum der Moderne? Gab es nicht Ghettos bereits im Mittelalter? Ich hoffe auf eine Antwort und darauf, daß ich Ihren Text grundsätzlich missverstanden habe. |
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