Der eingebildete Kranke

nach Molière


"Doktor, es gibt einen Punkt, auf den ich gerne Nachdruck legen würde: es ist die Bedeutung der Sache, auf die Ihre Spritzen einwirken; diese Art grundlegender Erschlaffung meines Wesens, diese Senkung meines geistigen Pegels, die nicht, wie man denken könnte, irgendeine Verminderung meiner Moral (meiner moralischen Seele) oder gar meiner Intelligenz bedeutet, sondern, wenn man so will, meiner verwendbaren Intellektualität, meiner gedanklichen Fähigkeiten, und die mehr mit dem Gefühl, das ich selbst von meinem Ich habe, zu tun hat als mit dem, was ich den anderen von diesem Ich zeige. Und nun, Herr Doktor, da Sie recht gut darüber im Bilde sind, was in mir angegriffen und durch Arzneien geheilt werden kann, im Bilde über den strittigen Punkt meines Lebens, hoffe ich, dass Sie mir die Menge subtiler Flüssigkeiten, Scheinsubstanzen, geistigen Morphins geben können, die imstande ist, mein Absinken zu erhöhen, das Abstürzende ins Gleichgewicht zu bringen, das Getrennte zu vereinigen, das Zerstörte wieder zusammenzusetzen. Mein Denken grüßt Sie." (Antonin Artaud)

Spieldauer: 1 Stunde 40 Minuten

  

Mit: Hendrik Arnst, Maximilian Brauer, Margarita Breitkreiz, Jean Chaize, Brigitte Cuvelier, Lilith Stangenberg, Abdoul Kader Traoré und Martin Wuttke

Regie: Martin Wuttke
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Nina von Mechow
Musik: Sir Henry
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Anna Heesen

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Die anderen beiden Stücke unserer Molière-Trilogie finden sich unter folgenden Links:

Don Juan (von René Pollesch nach Molière),

Der Geizige (von Molière. Regie: Frank Castorf),

 

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