Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz
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Der Mann mit dem goldenen Gebiss

von Nelson Rodrigues


Wie kam es zum Mord an Boca de Ouro, dem stinkreichen Boss eines Wettbüros? Dona Guigi, die einstige Geliebte Bocas, erzählt einem Zeitungsteam den vermeintlichen Tathergang aus drei verschiedenen emotionalen Motivationen heraus, und dreimal gibt es einen anderen Schuldigen. Das Bild einer Figur wird von einem Moment auf den anderen zerstört und ein neues ins Spiel gebracht. Traum, Wirklichkeit, Halluzinationen, Fiktionen und filmische Sequenzen verschachteln sich infolge von Verleumdung, Lüge, Gewalt und Liebe. Hinter all dem Spiel steckt der „Totentanz“ der brasilianischen Familie, denn sie ist „unser aller Hölle“, wie der brasilianische Dramatiker Rodrigues selbst sagte. Und die Suche nach dem, was sie, die Frau ist, das Weib, ein Wesen, das sich zeigt als Heilige, als Hure, als Verführerin verpackt im psychischen Leid. Auch mit dieser Vorstadttragödie hat Rodrigues brüskiert: Amoralität, Pornographie, nekrophile Obsessionen – die Reihe der Vorwürfe ist lang, und dennoch blieb er dabei: „Mein Genre ist das ‚widerliche Theater’, ich will den Leuten im Parkett Typhus und Malaria auf den Hals schicken!“

  

Mit: Robert Gallinowski (Boca de Ouro), Jorres Risse (Caveirinha / 1. Dame), Mandy Rudski (Guigui / 2. Dame), Katharina Rivilis (Celeste), Andreas Frakowiak (Agenor / Redakteur), Christoph Letkowski (Leleco / Zahnarzt) und Franziska Hayner (Maria Luisa / Schwarzer)

Regie: Lydia Bunk
Bühne und Kostüme: Jana Findeklee, Joki Tewes
Dramaturgie: Sabine Zielke

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