Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz
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Emil und die Detektive

nach Erich Kästner unter Verwendung von Texten aus Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ in einer Fassung von Frank Castorf


Wenn jemand dem 11jährigen Emil 140 Mark klaut, der frisch aus Neustadt in Berlin eingetroffen ist, dann lässt er sich das noch lange nicht gefallen. Trommelt Freunde zusammen, dem miesen Grundeis nach, im Namen der Gerechtigkeit. Wenn Frank Castorf Kästners Welterfolgsroman inszeniert, dann feiert er noch lange nicht die goldenen Zwanziger. Zu nahe bewegen sich die Detektive um den Alexanderplatz Döblins herum, als dass sie auf ihrer Jagd nicht auch dessen Protagonisten Franz Biberkopf, seine Schulter und Schicksal streiften.

Im Bühnenbild von Döblins Berlin Alexanderplatz entdeckt Frank Castorf mit „Emil und den Detektiven“ eine weitere Zwischenwelt, die jenseits der Leiden und Orientierungslosigkeit der Erwachsenen der Zwanziger Jahre ihre Behauptung erstreitet: die Welt der Kinder. Zwischen Inflation, Wohnungs- und Arbeitslosigkeit sammeln sich die unter 150cm-jährigen auf dem Berliner Pflaster. Verarmung und Orientierungslosigkeit der erwachsenen Zwischenkriegszeit bedrohen die Lebenswelt der Kinder, der Griff in Emils Tasche ist da nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen und die Kinder zum Aneinanderrücken bringt.

„Morgen, Kinder, wird’s nichts geben! Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!“ textete Kästner das bekannte Weihnachtslied um, „Na, und?!“ schleudern die kindlichen Darsteller solchen Drohungen entgegen und verteidigen ihre Autonomie, wenn’s sein muss mit den Luftgewehren vom Rummel.

Zwei Versionen: ab 9 Jahren und ab 17 Jahren.

  

Mit: Luise Berndt, Georg Friedrich, Michael Klobe, Ewa Mostowiec, Milan Peschel, Volker Spengler, Catalina Bigalke, Zosia Coly, Jacob Funke, David Gabel, Viktor Groß, Christopher Gruner, Marcel Heuperman, Titus Hetzer, Béla Jellinek, Rosa-Rebecca Jellinek, Luise Schumacher und Michael Schweighöfer

Regie: Frank Castorf
Bühne und Kostüme: Bert Neumann
Dramaturgie: Dunja Arnaszus
Licht: Lothar Baumgarte

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