Volksbühne
am Rosa-Luxemburg-Platz
Silvia Marinova und Tatjana Motta
Anton Berman, Foto: Jo Magren
Aylin Esener, Foto: Urban Ruths
Barbara Behrendt
Edgar Barroso, Foto: Linda Rosa Saal
Marie Bues, Foto: Jonas Schlagowski

MEDUSA Berlin Festival

Silva Marinova / Tatjana Motta

Regie: Marie Bues

Donnerstag, 5. November 2026

19:30 Uhr

Roter Salon

Das erste transnationale MEDUSA Berlin Festival startet mit einer Reise ins eigene Innere. Ob auf einer epischen Tour durch eine einzige Nacht oder auf Mondfahrt im Stil eines Science-Fiction-Comics – die Protagonist*innen der bulgarischen Schriftstellerin Silva Marinova und der Italienerin Tatjana Motta müssen sich mit Erfahrungen von Fremdheit und Zugehörigkeit auseinandersetzen.

ДЕБЕЛАКЪТ (FETTSACK) von Silva Marinova, übersetzt von Alexander Sitzmann

Ein Science-Fiction-Stück über Körperbewusstsein, Trauer und Verlust, Beziehungen und den gesellschaftlichen Zwang zur Veränderung. Im Jahr 2125 reisen Paul, ein 240 kg schwerer Schriftsteller, und seine Frau Em mit einer Raumkapsel zu einer Abnehmklinik auf dem Mond. Im Gespräch mit Freunden und Verwandten auf der Erde und einer aufdringlichen KI an Bord muss sich das Paar mit einer verdrängten Tragödie und fremden Erwartungen konfrontieren.

Notte Bianca (Lange Nacht) von Tatjana Motta, übersetzt von Henrieke Markert

Vor dem Hintergrund einer Stadt im Übergang zwischen Zentrum und Peripherie, die zugleich einladend und bedrohlich wirkt, erfährt ein Touristenpärchen, was es bedeutet, dazuzugehören – und was geschieht, wenn Zugehörigkeit zwangsweise konstruiert werden muss. Ein Stück über Migration und Durchreise, über Neuerfindung, soziale Zuschreibungen und die Suche nach einem Ort, den man Zuhause nennen kann.

Es lesen: Eddy Barroso, Barbara Behrendt, Anton Berman, Aylin Esener
Regie: Marie Bues

Anschließend Publikumsgespräch mit der Autorin Silva Marinova und der Übersetzerin Henrieke Markert.

Weitere Veranstaltungen des MEDUSA Festival Berlin

Marie Bues, geboren 1980, ist Regisseurin und war von 2013 bis 2021 gemeinsam mit Martina Grohmann Künstlerische Leiterin des Theater Rampe Stuttgart. Seit der Saison 2023/24 ist sie Teil der Künstlerischen Leitungsgruppe des Schauspielhaus Wien. Als freie Regisseurin inszeniert sie seit 2007 u. a. am Theater Basel, Staatstheater Kassel, Thalia Theater Hamburg, Schauspielhaus Graz, Schauspiel Köln, Kunstfest Weimar, Staatstheater Hannover, Schauspielhaus Düsseldorf uvm. In ihren Regiearbeiten beschäftigt sich Marie Bues konsequent mit neuen Texten und arbeitet eng mit den Autor*innen zusammen. Sie unterrichtet an der ADK Ludwigsburg Regie.

Henrieke Markert studierte Italianistik und Vergleichende Literaturwissenschaft in Dresden und Trient. Seit 2015 arbeitet sie als Literaturübersetzerin, Übertitlerin und Dolmetscherin mit den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch und wurde mehrfach mit Stipendien ausgezeichnet. Der queere Text Rhizome von Emanuele Giorgetti und Eliana Rotella erhielt in ihrer Übersetzung den Publikumspreis beim Stücke-Fest am Landestheater Niederösterreich.

Silva Marinova ist eine bulgarische bildende Künstlerin und Autorin mit einer Ausbildung in Malerei, Buchkunst und Fotografie. Sie ist in den Bereichen Malerei, angewandte Kunst, Illustration, Comics, Kinderliteratur, Prosa und Drama tätig. Seit Abschluss eines Verlagsstudiums im Jahr 2017 schreibt sie hauptsächlich Fantasy und Science-Fiction. Ihre Werke sind in literarischen Reihen und Anthologien erschienen, und sie gewann den ersten Preis beim Agop-Melkonyan-Kurzgeschichtenwettbewerb 2019.

Tatjana Motta studierte Bildende Kunst und Theater an der IUAV-Universität in Venedig sowie Drehbuchschreiben an der Civica Scuola di Teatro Paolo Grassi in Mailand. Lange Nacht (Notte Bianca) wurde mit dem 55. Premio Riccione ausgezeichnet, in verschiedenen Sprachen übersetzt und in der USA, Spanien, Frankreich und Portugal aufgeführt. Ihre Werke wurden beim Romaeuropa Festival, bei der Emilia Romagna Teatro Fondazione, am Teatro Stabile di Bozen und am Teatro i gezeigt. Außerdem schreibt sie Filmdrehbücher und lebt in Rom.

Alexander Sitzmann studierte Skandinavistik und Slawistik in Wien, forscht und lehrt heute an der dortigen Universität; seit 1999 ist er als literarischer Übersetzer mit Schwerpunkt Lyrik und Theater tätig. Er hat u. a. zwei Monographien und ein Wörterbuch verfasst sowie mehrere Anthologien herausgegeben. 2004 wurde ihm der Ehrenpreis des bulgarischen Kultusministeriums, 2007–2015 sowie 2018–2025 die Übersetzer*innenprämie des Bundesministeriums zuerkannt, 2016 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung, 2020 den Brücke Berlin Theaterpreis.

MEDUSA wird aus dem EU-Programm Creative Europe gefördert und in Partnerschaft von Das Kombinat mit Drama Panorama (DE), En Kai Pan (IT), Casa del Contemporaneo (IT), 36 Monkeys (BG) und Eurodram BG (BG) umgesetzt. MEDUSA Festival Berlin wird von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt kofinanziert und findet in Kooperation mit der Volksbühne statt. Die Veranstaltung From Translation to Circulation: Three European Perspectives ist eine Kooperation mit dem Internationalen Theater Institut (ITI).