Spielzeiteröffnung und Vorverkaufsstart für den November
Wir sind voller Eröffnungsfreude: Mit House Wash haben Florentina Holzinger und Team vorgelegt und die Volksbühne herausgeputzt für den Neustart, House of Hopes von Rimini Protokoll feierte Uraufführung, es folgte die Wiedereröffnung des Praters an der Kastanienallee mit Perfection von Anta Recke und heute, am 3. Oktober, kommt Mononoke von Satoko Ichihara im Bühnenbild der Künstlerin Mire Lee zur Uraufführung.
Und während das Eröffnungswochenende weiter Fahrt aufnimmt, ist bereits der November im Vorverkauf: Zu den Höhepunkten gehören die Uraufführung von Alles Glück der Welt von Lena Brasch, die Berliner Premiere von Gisèle Viennes Der Teich, das Festival The School of Self-Defense, Die große Schlingensief-Beschimpfung mit u. a. Heinrich Horwitz, Raúl Krauthausen, Philipp Ruch, das MEDUSA Berlin Festival und das Filmfestival INTERFILM 42. Anta Reckes Inszenierung Perfection nach Vincenzo Latronicos Roman ist im November nur noch wenige Male zu sehen, am 12. November zum letzten Mal. Weitere Vorstellungen von House of Hopes, Mononoke, Mata Leão sind im Vorverkauf ebenso wie A Year without Summer von Florentina Holzinger und ja nichts ist ok von René Pollesch und Fabian Hinrichs.
Den Übergang in den November markiert The School of Self-Defense von Davi Pontes und Wallace Ferreira. Workshops, Gespräche, Performances verbinden unterschiedliche Perspektiven auf Selbstverteidigung. Am 1. November findet der letzte Tag des Festivals statt.
Nach einer weltweiten Gastspieltour ist Gisèle Viennes Der Teich erstmals am 6. und 7. November in Berlin zu sehen. Ausgangspunkt ist Robert Walsers Kurzdrama, in dem sich die eindringliche Geschichte eines Jungen entfaltet, der sich in seiner Familie nicht geliebt fühlt. Vienne zoomt in den Kopf des Jungen, lässt Monolog und Dialog verschwimmen und zeigt, wie sich das Selbst im emotionalen Taumel auflöst.
In Thomas Braschs bislang unveröffentlichtem Filmkomödienmanuskript Alles Glück der Welt entwirft der ostdeutsche Autor 1985 eine Zukunft, die erstaunlich vertraut wirkt. Lena Brasch nimmt den Stoff auf und bringt ihn als musikalische Komödie nach einer Geschichte von Thomas Brasch und George Stamkoski auf die Bühne – mit elf Liedtexten von Thomas Brasch. Als Nichte begegnet sie seinem bislang unveröffentlichten Filmmanuskript aus nächster Nähe und befragt ihre Familiengeschichte und den Stoff heute neu. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Literatur, Pop und politischer Analyse. Uraufführung ist am 25. November.
Das MEDUSA Berlin Festival (5.–7.11.) widmet sich zeitgenössischer Dramatik und inklusiven Identitäten in Europa. Das internationale Kurzfilmfestival INTERFILM 42 (10.–15.11.) bringt wieder die ganze Vielfalt des kurzen Films an die Volksbühne – vom Festival Opening über Sound & Vision bis zur langen Nacht der weird shorts eject_XXIX und der Präsentation der Winning Films.
Im November richtet die Volksbühne den Blick auf zwei prägende Figuren des deutschen Theaters: Helene Weigel und Christoph Schlingensief, die auf je eigene Weise die Grenzen zwischen Theater, Gesellschaft und Politik ausloteten. Neben dem Helene-Weigel-Abend Revolution, Revolte, Krach: HELENE WEIGEL – Revolutionärin im Rampenlicht am 11. November und der großen Schlingensief-Beschimpfung steht das Filmscreening von Die 120 Tage von Bottrop & Egomania – Insel ohne Hoffnung am 20. November auf dem Programm; im Anschluss an den Film sprechen Kerstin Grassmann, Sophie Rois und Martin Wuttke über Schlingensief.
Mit Kolonialismus erinnern. Vom Konzept zum Ort am 13. November setzt sich die Volksbühne mit der Frage auseinander, wie koloniale Geschichte erinnert und im öffentlichen Raum sichtbar werden kann. Auch Erinnerungsort Kolonialismus. Call & Response (9.11.) mit Alice Hasters und Khuê Phạm nimmt koloniale Erinnerung und ihre Gegenwart in den Blick.
Im Roten Salon lädt am 1. November Jean Peters von CORRECTIV zum Sonntagsgespräch: Uphill Battle Rechtssystem. Wie gewinnt man gegen den autoritären Backlash? Diesmal gemeinsam mit Christina Clemm und Seda Başay-Yıldız. In der 1. Folge von Reading List Berlin treffen Theresia Enzensberger und Patrik Gräb auf Katie Kitamura und das ANTI-TIKTOK KOLLOQUIUM des Live-Podcasts Fashion The Gaze fragt am 19. November nach Überwachung und TikTok-Trance im techno-feudalen Blickregime.
SISSY SMUT kehrt am 19. November in seiner siebten Ausgabe zurück auf die Große Bühne. Gemeinsam setzen BLEACH und SISSY-Director Matt Lambert ihre manische künstlerische Zusammenarbeit fort – irgendwo zwischen Bühne, Club, Zeremonie und Kontrollverlust.
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