

Es gibt Musik, die Aufmerksamkeit fordert. Und es gibt Musik, die eine eigene Schwerkraft entwickelt. Space Afrika arbeitet seit Jahren an letzterem.
Mit Quiet Storm legen Joshua Tarelle Reid und Joshua Inyang von Space Afrika ihr bislang ambitioniertestes Album vor. Es erscheint am 25. September auf Dais Records. Entstanden zwischen Manchester, Berlin und einem weiten Netzwerk an Kollaborateur*innen, bewegt sich die Platte durch Ambient, Soul, Trip-Hop, zeitgenössische Komposition und die langen Echos Schwarzer musikalischer Traditionen, ohne jemals in einem dieser Felder anzukommen. Stattdessen entstehen Zwischenräume: fragile Arrangements aus Stimmen, Bass, Stille und Erinnerung.
Der Titel geht auf die Arbeit des Konzeptkünstlers Glenn Ligon zurück, der sich seit Jahrzehnten mit Sprache, Blackness und der Frage beschäfigt, wie Bedeutung entsteht und wieder entgleitet. Eine passende Referenz für ein Album, das sich konsequent gegen Eindeutigkeit sperrt. Die schwindelerregende Sopranstimme von Axelle Fanyo, die poetischen Verschiebungen des Musikers Klein, die spirituelle Wärme von Tony Njoku oder die rastlose Innenschau von Deuén – wie Teile eines Gefüges tauchen Fragmente auf, überlagern sich und verschwinden wieder. Was entsteht, erinnert weniger an ein Album im klassischen Sinn als an eine Umgebung. Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität von Space Afrika. Ihre Musik beschreibt keine Welt. Sie baut eine. Eine Welt, in der Manchester ebenso nachhallt wie Dub, Soundsystem-Kultur, sakrale Musik oder die geisterhaften Ränder des Clubs.
Für die Release-Show mit Gästen in der Volksbühne wird Quiet Storm erstmals live in Berlin präsentiert. Begleitet werden Space Afrika dabei von der britischen Sopranistin Nardus Williams.
Bapari wurde als Kind haitianischer Einwanderer in Los Angeles geboren und fand Mitte der 2010er-Jahre über die Underground-DJ-Szene der Stadt zur Musik. Ihre Produktionen und DJ-Sets bewegen sich zwischen Techno, Jungle, Garage, Hip-Hop, IDM und experimenteller Clubmusik und treiben elektronische Musik immer wieder in unerwartete Richtungen – von atmosphärischen Soundscapes bis hin zu eigenwilligen Underground-Tracks. Ihre Produktionen sind unter anderem auf FKA twigs Eusexua und Afterglow sowie Kelsey Lus So Help Me God zu hören. Seit 2019 hostet Bapari außerdem die monatliche Radioshow Puffy auf NTS.
Mit der kommenden EP Blurry Days (Halcyon Veil, 2026) präsentiert Bapari ihre bislang persönlichste Arbeit. Entstanden aus einer Phase von Selbstzweifeln, inneren Konflikten und emotionaler Orientierungslosigkeit, knüpft die sechsteilige EP an den hybriden Sound von Evermore (Halcyon Veil, 2025) an. Inspiriert von ’90s Shoegaze, Trip-Hop und R&B und zugleich tief in Baparis elektronischem Underground-Hintergrund verwurzelt, verbindet die EP Live-Instrumentierung mit geschichteten Vocals – erstmals übernimmt Bapari dabei selbst die Rolle der Sänger.
Seit dem Debüt ihrer Live-Show 2025 in Paris ist Bapari international aktiv, unter anderem als Support für Eartheater und Steve Lacy, mit fünf Boiler-Room-Auftritten sowie bei Festivals wie Primavera, Sonic Acts und Hyperreality. Darüber hinaus arbeitet Bapari an der Schnittstelle von Musik, Mode und zeitgenössischer Kunst und kollaborierte unter anderem mit Barragán, YSL Beauty, No Sesso, New Balance, Red Bull und Oura.