






Das Festivalfinale verhandelt die Themen Gemeinschaft, Rausch und Gewalt in den Texten der bulgarischen Autorin Teodora Georgieva und der deutschen Autorin Natalie Baudy, anschließend eine sicher berauschende Abschlussparty unter der musikalischen Ägide von DJAZ & DJ SAESH (SIS Berlin Collecive & SoRealCrew inkl.).
СИЛНИ. СМЕЛИ. СТРАХОВИТИ. (Stark. Mutig. Furchteinflößend.) von Teodora Georgieva, übersetzt von Alexander Sitzmann
Drei zehnjährige Jungen gründen eine Armee, um sich gegen die Älteren zu behaupten. Doch aus dem Kinderspiel entwickelt sich ein System aus Macht, Gewalt und Gruppenzwang. Über zehn Jahre verfolgt das Stück, wie Aggression erlernt und weitergegeben wird – und fragt, ob Liebe, Fürsorge und persönliche Verantwortung einen Ausweg eröffnen können.
under the influence oder: die rückkehr der bakchen von Natalie Baudy
Drei Frauen aus drei Generationen finden sich im siebten Stock eines Wohnblocks wieder, als mysteriöse Plagen in ihrem Innenhof herabregnen. Von der Außenwelt abgeschnitten, trinken Ems, Anja und Liselotte und tauschen Erinnerungen an Rauschzustände, Beziehungen und Familie aus. Als die Göttin Dionysa, erschöpft vom ewigen Exzess, die Plagen beseitigt und der Alkohol ausgeht, treffen die Frauen eine radikale Entscheidung. Mit schwarzem Humor erzählt das Stück von Abhängigkeiten, Weiblichkeit und Solidarität, und der Suche nach Ekstase jenseits patriarchaler Strukturen.
Es lesen: Banafshe Hourmazdi, Nadim Jarrar, Patrick Khatami, Niklas Wetzel
Regie: Salome Dastmalchi
Anschließend Publikumsgespräch mit der Autorin Natalie Baudy und der bulgarischen Kuratorin Gergana Dimitrova und Abschlussparty
Weitere Veranstaltungen des MEDUSA Festivals Berlin
Natalie Baudy interessiert sich in ihrer Arbeit für popkulturelle Ästhetiken, digitale Phänomene und feministische Perspektiven. Seit der Spielzeit 2024/25 ist sie Teil der Künstlerischen Leitung des schauspiel erlangen. Natalie Baudy studierte Theater- und Musikwissenschaft in Mainz, Paris und Berlin, und Dramaturgie an der Theaterakademie August Everding in München.
Salome Dastmalchi, in Berlin geboren, studierte an der Hochschule der Künste in Bern Schauspiel. 2010 debütierte sie als Autorin und Regisseurin am HAU 3 mit Mein Herz ist voller Hass – und das liebe ich und seit 2012 gibt sie Schauspielworkshops, u. a. in Kooperation mit der Schaubühne, dem Berliner Ensemble und dem Theatertreffen der Jugend, und ist zudem als Sprecherin tätig, mitunter war sie in Iranian Voices zu hören. Ab 2016 inszeniert sie regelmäßig für das Junge DT, 2022 führte sie Regie von Identitti von Mithu Sanyal für das Staatstheater Darmstadt und wurde damit im Jahrbuch 2022 von Theater heute als Nachwuchskünstlerin nominiert. Sie war Gastdozentin an der UdK.
Teodora Georgieva hat einen Abschluss in Theaterwissenschaften an der Nationalen Akademie für Theater- und Filmkunst Krastyo Sarafov sowie in Pädagogik der Massen- und künstlerischen Kommunikation an der Universität Sofia erworben. Sie schreibt Puppentheater- und Theaterstücke, die am Nikolay-Binev-Jugendtheater, im Sfumato sowie in Puppentheatern in Pazardzhik, Yambol und Sliven aufgeführt wurden. Ihr Stück Intermediate Zone wurde 2023 für den Askeer-Preis für zeitgenössisches bulgarisches Drama nominiert.
Alexander Sitzmann studierte Skandinavistik und Slawistik in Wien, forscht und lehrt heute an der dortigen Universität; seit 1999 ist er als literarischer Übersetzer mit Schwerpunkt Lyrik und Theater tätig. Er hat u. a. zwei Monographien und ein Wörterbuch verfasst sowie mehrere Anthologien herausgegeben. 2004 wurde ihm der Ehrenpreis des bulgarischen Kultusministeriums, 2007–2015 sowie 2018–2025 die Übersetzer*innenprämie des Bundesministeriums zuerkannt, 2016 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzung, 2020 den Brücke Berlin Theaterpreis.
MEDUSA wird aus dem EU-Programm Creative Europe gefördert und in Partnerschaft von Das Kombinat mit Drama Panorama (DE), En Kai Pan (IT), Casa del Contemporaneo (IT), 36 Monkeys (BG) und Eurodram BG (BG) umgesetzt. MEDUSA Festival Berlin wird von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt kofinanziert und findet in Kooperation mit der Volksbühne statt. Die Veranstaltung From Translation to Circulation: Three European Perspectives ist eine Kooperation mit dem Internationalen Theater Institut (ITI).